Mieter dürfen grundsätzlich nicht eigenmächtig einen Handwerker beauftragen Drucken E-Mail

 

(Bundesgerichtshof vom 16.01.2008, VIII ZR 222/06)


Mieter müssen grundsätzlich Reparaturen vorher mit dem Vermieter abstimmen. Beauftragen sie eigenmächtig einen Handwerker, ist der Vermieter nicht verpflichtet, die „verauslagten“ Kosten zu erstatten.


Eine Mieterin hatte eigenmächtig einen Installateur mit der Reparatur der Heizung beauftragt, ohne den Mangel vorher bei ihrem Vermieter anzumahnen. Nach durchgeführter Reparatur wollte sie die entstandenen Handwerkerkosten von ihrem Vermieter erstattet bekommen.

 

Ein derartiger Aufwendungsersatzanspruch besteht aber nach Ansicht des Bundesgerichtshofes nicht. Ein Vermieter dürfe vom Mieter nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Ein Vermieter muss grundsätzlich selbst die Möglichkeit haben, zu überprüfen, ob der Mangel tatsächlich besteht. Und er hat auch das Recht zu entscheiden, ob und auf welche Weise der Mangel beseitigt werden kann. Nur in Notfällen – wie etwa einem Wasserrohrbruch, der sofort repariert werden muss – dürfe der Mieter selbst für die Beseitigung von Mängeln in der Wohnung sorgen, wenn der Vermieter nicht rechtzeitig erreicht werden kann.

 

Ein Vermieter ist verpflichtet, Mängel in der Mietwohnung zu beseitigen. Bis zur Reparatur kann der Mieter möglicherweise die Miete mindern. Bleibt der Vermieter untätig, so muss der Mieter normalerweise die Reparatur anmahnen. Erst danach darf der Mieter einen Handwerker beauftragen und die Kosten ersetzt verlangen.